Strategie
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Es gibt sicherlich eine Vielzahl von Strategien, sein Vermögen aufzubauen. Im Folgenden wird nur eine dieser Varianten beschrieben. Es kommt selbstverständlich auch immer auf die individuelle Situation und Vorlieben an, wie und wie viel Geld in die unterschiedlichen Anlageformen investiert wird.

Die Fülle von Finanzprodukten ist auf den ersten Blick sicherlich verwirrend. Bei der hier vorgestellten Strategie werden jedoch nicht zu jeder Zeit alle Anlageformen berücksichtigt, so dass man sich auch nach und nach das nötige Wissen aneignen kann, um erfolgreich Kapital zu investieren.

 

Schaubild Vermögensaufbau

 

Das Schaubild zeigt von unten nach oben einen möglichen stufenweisen Vermögensaufbau. Die Reihenfolge ist natürlich nicht bindend und kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich ausfallen. Tendenziell kann mag es zum Beispiel sinnvoll sein, dass in jungen Jahren das Risiko der Anlageformen höher ausfällt, als kurz vor der Rente. Das gezeigte Schema kann jedoch ein Anhaltspunkt sein, um sich im Dschungel der Finanzprodukte ein wenig Überblick zu verschaffen.

 

Vermögensaufbau - Strategie

 

Schritt 1:

Zu Beginn des Vermögensaufbaus sollte zunächst eine Kapitalreserve in Höhe von zwei oder drei Monatsgehältern oder zum Beispiel 3.000 € geschaffen werden. Die Reserve dient als Puffer um zum Beispiel Reparaturen oder größere Anschaffungen schnell durchführen zu können.
Für die beschriebene Verwendung eignet sich am besten ein Tagesgeldkonto. Das Kapital ist täglich verfügbar und wird mit einem höheren Zinssatz als auf dem Girokonto oder Sparbuch verzinst.

 

Schritt 2:

Schon zu Beginn des Vermögensaufbaus sollte auch die Versorgung im Alter gesichert werden. Eine Altersvorsorge bietet nicht nur steuerliche Vorteile, sondern auch die monatlichen Zahlungen bleiben, nach Zuteilung mit zum Beispiel 65 Jahren, den Rest des Lebens bestehen. Die Versorgung im Alter hat nicht nur den Zweck den Komfort zu erhöhen, es geht auch um die Absicherung, falls man zum Beispiel pflegebedürftig wird. Wer möchte später schon gerne seinen Kindern zur Last fallen?

Die Altersvorsorge ist leider ein notwendiges Übel. Hat man sich jedoch einmalig mit dem Thema ausreichend auseinander gesetzt und schließlich entsprechende Verträge geschlossen, muss man sich erst mal nicht mehr darum kümmern. Den Einmalaufwand sollte man jedoch tatsächlich rechtzeitig in Angriff nehmen (umso früher, desto besser).

Weiterhin kann es Sinn machen einen Bausparvertrag abzuschließen, insofern der Wunsch nach einer eigenen Wohnung oder Haus sehr groß ist. Durch den Bausparvertrag steht einem nach Zuteilung ein günstiger, in der Höhe und im Vorhinein zu bestimmender Kredit zur Verfügung. Dieses Vorgehen ist sicherer und möglicherweise sogar günstiger, als das angesparte Kapital für die Immobilie zunächst anderweitig zu investieren.

Wer sich auch sonst nicht um sein Vermögen kümmern möchte, aber trotzdem höhere Renditen, als auf zum Beispiel Festgeldkonten erzielen möchte, kann sein Geld auch in Fondsparpläne investieren.

 

Schritt 3:

Nachdem für genug Reserven und auch für eine ausreichende Altersvorsorge gesorgt worden ist, geht es nun darum überschüssiges Geld möglichst gewinnbringend anzulegen.

Zum Einstieg in den Finanzmarkt kann zunächst ein Festgeldkonto und Bundeswertpapiere dienen. Beide Kapitalanlagen sind sehr sicher und gut planbar. Es gibt keine Kursschwankungen und das angelegte Geld ist beim Festgeldkonto durch den Einlagensicherungsfond (bei der Eröffnung des Kontos bitte prüfen) bzw. bei den Bundeswertpapieren durch den deutschen Steuerzahler abgesichert.

 

Schritt 4:

Nachdem eine ausreichende Summe Geld auch in sicheren und planbaren Anlageformen steckt, kann die Verzinsung bzw. Rendite weiteren Kapitals durch das Eingehen höherer Risiken gesteigert werden. Das bedeutet, dass überschüssiges Geld / Kapital direkt in am Finanzmarkt gehandelte Produkte investiert werden kann. Hierzu gehören Anleihen und Genussscheine, Aktien, Zertifikate und Optionsscheine.

 

Schritt 5:

Zu guter Letzt kann man, neben der eigenen Wohnung oder Haus, auch in verschiedene Immobilien und Immobilien-Nutzungen (Wohnen, Gewerbe und Anderes) investieren und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung generieren. Hierzu sei jedoch gesagt, dass die Immobilien verwaltet werden müssen und sich hierdurch ein ganz eigener Bereich auftut. Eigentum verpflichtet und Immobilien brauchen mehr Pflege und kosten mehr Zeit als so manchem lieb ist.

 

Inflationsschutz

Viele Formen der Kapitalanlage bieten leider keinen Schutz gegen Inflation. Wenn Geld auf einem Festgeldkonto für z.B. 3,5 % für ein Jahr angelegt wird, in diesem Zeitraum die Inflationsrate aber zum Beispiel 5 % beträgt, so hat der Anleger eine reale Vermögens- bzw. Kaufkraftminderung von 5 % - 3,5 % = 1,5 % erfahren.

 

Schutz gegen Inflation bieten die folgenden Anlageklassen:

 

Aktien

Inflation bedeutet eine Steigerung der Preise (Lebensmittel, Benzin, Mieten usw.). Die Unternehmen, deren Mit-Eigentümer man durch die Aktien geworden ist, sind eben die, die die Preise erhöhen (müssen). Wenn hierdurch zum Beispiel die Dividenden gesteigert werden können, passt sich langfristig auch der Aktienkurs an. Mit steigender Inflation sollten also sowohl die Dividenden, als auch der Kurs steigen.

 

Immobilien

Gemäß dem Fall, dass das Geld kontinuierlich an Wert verliert, können durch regelmäßige Mietanpassungen die realen Einnahmen, d.h. die Kaufkraft erhalten bleiben.

Mit Kaufkraft ist gemeint, dass man zum Beispiel mit 2 € Mieteinnahmen in 2001 ein Kilo Tomaten kaufen konnte und heute, in 2010, nach einer Mietanpassung auf 3 €, hiermit immer noch ein Kilo Tomaten kaufen kann. Die Miete ist damit von 2 auf 3 € gestiegen, die Kaufkraft ist jedoch dieselbe geblieben.

 

Inflationsindexierte Wertpapiere

Inflationsindexierte Wertpapiere haben einen variablen Zinssatz, der sich aus einem festen und einem variablen Bestandteil, der sich nach der Inflationsrate richtet, zusammensetzt. Die Formulierung des Zinssatzes kann zum Beispiel lauten: 1,5 % p.a. plus Inflationsrate.

Beispiele für inflationsindexierte Wertpapiere sind zum Beispiel die inflationsindexierte Anleihe und die inflationsindexierte Obligation. Beide gehören zu den Bundeswertpapieren.

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 06. Februar 2011 um 21:19 Uhr
 
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