Point & Figure Analyse
Point & Figure Analyse 4.8 out of 5 based on 21 votes.
Benutzerbewertung: / 21
SchwachPerfekt 

 

Point & Figure ChartKOSTENLOSE AKTIENKURS-ANALYSE!!!

Wir bieten auf www.kukchart.de eine online Aktienkursanalyse
nach der Point & Figure - Methode sowie
verschiedene Indikatoren an.

Die von uns errechnete, durchschnittliche Rendite der Methode
beträgt von 2003 bis 2009 nachgewiesenermaßen 18,8% p.a.!

Die Inhalte von kukchart.de sind kostenlos! 

 

 


 

Point & Figure Methode 

 

Die Point & Figure Analyse ist eine besondere Methode der Chart-Darstellung und -analyse. 

Die Vorteile dieser Methode sind:

  1. Diese Zeiten, in denen keine bzw. nur geringe Kursschwankungen stattfinden, werden "ausgeblendet".
  2. Die Methode liefert eindeutige Kauf- und Verkaufssignale.

 

Der Artikel zur Point & Figure Analyse ist in folgende Teilbereiche unterteilt: 

Zeichnung des Charts
Kauf- und Verkaufssignale
Trendlinien
Falsche Signale
Stopp Loss Technik

 

Zeichnung des Charts

Die Darstellung erfolgt durch das Eintragen von "X" bei steigenden und "O" bei fallenden Kursen in Kästchen. Auf der Y-Achse wird dabei der Kurs abgetragen. Die X-Achse hat keine Skalierung.

Eine einzelne Spalte kann immer nur "X" oder "O"-Zeichen enthalten. Ein Spaltenwechsel findet immer nur dann statt, wenn z.B. 1, 3 oder 5 Zeichen "X" oder "O" eingetragen werden können (Ein-, Drei- oder Fünf-Punkt-Umkehrchart). Zum Chartieren werden die täglichen Höchst- und Tiefstkurse verwendet.

Die hier beschriebenen Charts und Signale basieren alle auf Basis von 3-Punkt-Umkehrcharts! 

Die Verwendung der Point & Figure Charts basiert auf der prozentualen Steigung der Kurse, so dass die Charts logarithmisch skaliert werden. Da die Darstellung auf der Eintragung in Kästchen basiert, wird folgende Unterteilung der Y-Achse vorgeschlagen:

 Punktbereich  1 Kästchen = x Punkte  Zahl der Kästchen

1,0 - 1,4
1,4 - 2,9
2,9 - 6,0
6,0 - 10

0,02
0,05
0,1
0,2

20
30
31
20

10 - 14
14 - 29
29 - 60
60 - 100

0,2
0,5
1
2

20
30
31
20

100 - 140
140 - 290
290 - 600
600 - 1000

2
5
10
20

20
30
31
20

Für die Eintragung werden Höchstkurse auf die jeweilige Darstellungseinheit abgerundet, Tiefstkurse werden aufgerundet.

 

Die Chartierregeln lauten wie folgt:

  • Wenn die letzte Eintragung ein "O" war, betrachte das Tief des nächsten Tages. Wenn es niedriger liegt, so trage bis zum Tief "O" ein und beachte das Tageshoch nicht.
  • Wenn das Tief nicht gesunken ist, so betrachte das Hoch des Tages und prüfe, ob der höchste Kurs des Tages drei Punkte oder mehr über dem letzten Tief liegt. Wenn ja, so beginne eine neue Spalte oberhalb des Tiefs und trage "X" bis zum höchsten Kurs ein.
  • Wenn die letzte Eintragung ein "X" war, betrachte das Hoch des nächsten Tages. Wenn es höher als die letzte Eintragung liegt, so trage bis zum Hoch "X" ein und beachte das Tagestief nicht.
  • Wenn das Hoch nicht weiter gestiegen ist, so betrachte das Tief des Tages und prüfe, ob der niedrigste Kurs des Tages drei Punkte oder mehr unter dem letzten Hoch liegt. Wenn ja, so beginne eine neue Spalte unterhalb des Hochs und trage "O" bis zum tiefsten Kurs ein.

 

Die Regeln werden hier beispielhaft anhand der Aktie der BASF SE vom 01.10.2009 bis zum 09.11.2009 angewendet:

Kursliste:

 

Erläuterung zur Eintragung:

01.10.09
Zu diesem Zeitpunkt geschieht noch keine Eintragung, da die Kurse des Vortages nicht bekannt sind.

02.10.09
Der Hoch- und Tiefstkurs liegen beide unter den Kursen des Vortages. Laut der obigen Skalierungstabelle werden Kurse von 29 bis 60 Euro (Punkten) mit einem Euro pro Kästchen skaliert. Hochkurse werden abgerundet, Tiefstkurse aufgerundet. Bei den hier zunächst fallenden Kursen ergibt sich eine Differenz des gerundeten Hochkurses des Vortages (36 €) minus des gerundeten Tiefstkurses von "heute" (34 €) von 36 - 34 = 2. Für eine Eintragung müssen allerdings mindestens 3 Kästchen (Punkte) unterschied zwischen den Kursen liegen (s. Chartierregeln). Es findet demnach keine Eintragung statt.

05.10.09
Der Hochkurs steigt wieder an. Um eine Eintragung auszulösen muss der Hochkurs jedoch 3 Kästchen (laut Skalierung mit 1 € pro Kästchen folglich 3 €) vom vorherigen tiefsten Tiefstkurs (hier 34 €) entfernt liegen. Eine Eintragung hätte sich ergeben, wenn der Hochkurs 34 € + 3 € = 37 Euro erreicht hätte.

...

08.10.09
Die Kurse der BASF SE sind weiter gestiegen. Am 08.10.09 übersteigt der Hochkurs das erste mal 37 Euro. Damit sind die Voraussetzungen für eine Eintragung erreicht. Es werden drei Kreuze von 35 bis 37 Euro eingetragen.

09.10.09
Der Hochkurs liegt über dem Hochkurs des Vortages. Die Kurssteigerung beträgt jedoch kein "volles" Kästchen. Daher erfolgt keine Eintragung.

12.10.09
Der Hochkurs liegt gerundet bei 38 Euro und damit ein Kästchen über der letzten Eintragung. Die aktuelle Spalte wird um ein Kreuz nach oben erweitert.

13.10.09
Keine Eintragung.

14.10.09
Der Hochkurs ist auf über 40 Euro angewachsen. Gerundet liegt der Hochkurs bei 40 Euro. Die aktuelle Aufwärtsbewegung wird im Chart um zwei weitere Kreuze noch oben erweitert.

...

28.10.09
Die Kurse haben wieder nachgegeben. Am 28.10.09 liegt der gerundete Tiefstkurs bei 37 €. Der Tiefstkurs liegt damit um 37 € - 40 € = -3 € bzw. 3 Kästchen unterhalb des letzten Hochpunkts (Skalierung: 1 € pro Kästchen). Dies löst die Eintragung einer Abwärtsbewegung im Chart aus. Eine Spalte weiter rechts werden  von 39 bis 37 € drei Kreise eingezeichnet.

29.10.09
Der Tiefstkurs ist auf 35 € gesunken. Die aktuelle Abwärtsbewegung wird um zwei weitere Kreise bis 35 € nach unten erweitert.

...

05.11.09
Die Kurse sind wieder angestiegen. Am 05.11.09 liegt der gerundete Höchstkurs bei 38 €. Der Abstand zum vorherigen, eingetragenen Tiefstkurs beläuft sich auf 38 € - 35 € = 3 € bzw. 3 Kästchen. Aufgrund der Tatsache, dass der Tiefkurs an diesem Tag jedoch gefallen ist, wird der Hochkurs gar nicht betrachtet und es findet deshalb keine Eintragung statt.

06.11.09
Zwar steigt an diesem Tag das Tief im Vergleich zum Vortag an, jedoch liegt der gerundete Hochkurs wieder nur bei 37 €. Das reicht für eine 3-Punkt-Umkehr nicht aus.

09.11.09
Das Tief des Tages liegt über dem Tief des Vortages. Gleichzeitig liegt der gerundete Hochkurs bei 38 €. Es wird daher eine erneute Aufwärtsbewegung eingetragen (eine Spalte weiter rechts, 3 Kreuze von 36 bis 38 Euro).

 

Der zwischen dem 01.10.09 und dem 09.11.09 entstandene Point & Figure Chart für die Aktie der BASF SE sieht folgendermaßen aus:

 

 

Zeichnen des Charts - Video

JavaScript ist deaktiviert!
Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen Sie einen JavaScript-fähigen Browser.

TIPP: Spulen Sie das Video, nach dem Sie es gestartet haben, einmal vor und dann wieder zurück. Die Qualität nimmt dadurch, warum auch immer, deutlich zu.

nach oben ↑

 

Kauf- und Verkaufssignale

Ein Kaufsignal liegt dann vor, wenn im Zuge einer Aufwärtsbewegung der höchste Punkt der vorangegangenen Aufwärtsbewegung überschritten wird. Entsprechend liegt ein Verkaufssignal vor, wenn im Zuge einer Abwärtsbewegung der niedrigste Punkt der vorangegangenen Abwärtsbewegung unterschritten wird. Eine Auf- oder Abwärtsbewegung wird in diesem Beispiel immer dann eingeleitet, wenn laut den Chartierregeln immer mindestens drei "X" oder "O" eingetragen werden können (3-Punkt-Umkehr-Chart).

 

Grundsignal
Zweifachspitze
Hausse- und Baissesignale
Hausse- und Baissedreiecke
Hausse- und Baisseumkehrformation
Dreifachspitzen und Dreifachböden
Dreifachspitzen und Dreifachböden mit Schwanz
Sinkende Dreifachspitzen und steigende Dreifachböden
Aufgespreizte Dreifachspitzen und aufgespreizte Dreifachböden
Bullisches und Bärisches Katapult
Pullback-Signal
Hoher Pol
Stange

 

Grundsignal

 

Das Grundsignal der 3-Punkt Point & Figure Analyse entsteht, wenn die aktuelle Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung die vorherige Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung um einen Punkt über- bzw. unterschreitet. Im Chart erscheinen diese Signale je nach Kursverlauf in unterschiedlichen Bildern bzw. Formationen. Die entscheidungsrelevanten Zeichen sind jeweils grau unterlegt. 

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Zweifachspitze

Die Zweifachspitze ist eine Variation des Grundsignals und besteht aus vier Säulen. Charakteristisch für dieses Signal ist, dass bei einem Kaufsignal sich in zwei Abwärtsbewegungen zuvor die Böden (Tiefstkurse) auf gleichem Niveau abgezeichnet haben. Entsprechend gilt für ein Verkaufssignal die vorherige Bildung zweier Spitzen auf gleichem Niveau. Die Signale entstehen dann, wenn die aktuelle Auf- bzw. Abwärtsbewegung die vorherige Auf- bzw. Abwärtsbewegung um einen Punkt über- bzw. unterschreitet.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Hausse- und Baissesignale

Bei der Hausse- und Baisseformation erfolgen die Signale aufgrund zweier Kriterien:

Kaufsignal: Der Kurs liegt über dem Höchstkurs der vorangegangenen Aufwärtsperiode und der letzte Tiefstkurs liegt über dem Tiefstkurs der vorangegangenen Abwärtsperiode.

Verkaufssignal: Der Kurs liegt unter dem Tiefstkurs der vorangegangenen Abwärtsperiode und der letzte Höchstkurs liegt unterhalb des Höchstkurses der vorangegangenen Aufwärtsperiode.

(Trendwendeverhalten laut der Dow-Theorie)

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Hausse- und Baissedreiecke

Hausse- und Baissedreiecke entstehen, wenn während der Phase der Konsolidierung noch eine zusätzliche Spalte entsteht. Das Kauf- und Verkaufssignal entspricht dem der Baisse- und Haussesignale. Das Signal spiegelt die Unsicherheit des Marktes wieder und ist deshalb mit Vorsicht zu behandeln.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Hausse- und Baisseumkehrformation

Die Hausse- und Baisseumkehrformation zeichnet sich durch mehrere Bedingungen aus. Als erstes vollzieht sich eine Abwärts- bzw. Aufwärtsbewegung über mehrere Spalten im Trendkanal (s. schwarze Linien). Dieser Kanal wird plötzlich und ohne eine Konsolidierung, durch zum Beispiel eine Dreiecksformation oder eine Dreifachspitze bzw. Dreifachboden, nach oben bzw. unten durchbrochen. Ein Kauf- bzw. Verkaufssignal ergibt sich beim über- bzw. unterschreiten des Höchst- bzw. Tiefstkurses der vorherigen Aufwärts- bzw. Abwärtsperiode.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Dreifachspitzen und Dreifachböden

Kaufsignale: Bei den Dreifachspitzen (erreichte Höchstkurse) kommt es darauf an, dass ein bestimmtes Kursniveau zwei Mal erreicht und erst beim dritten Mal überschritten wird. Die Lage der Böden (Tiefstkurse) ist bei dieser Formation unerheblich.

Verkaufssignale: Entsprechendes gilt für die Dreifachböden (erreichte Tiefstkurse). Entscheidend ist, dass ein bestimmtes Kursniveau zwei Mal erreicht und beim dritten Mal unterschritten wird. Die Lage der Spitzen (Höchstkurse) ist bei dieser Formation unerheblich.

Zu A: Es handelt sich um den idealtypischen Fall einer Dreifachspitze.
Zu B: Die zweite Spitze liegt tiefer.
Zu C: Die erste Spitze liegt tiefer. Es handelt sich um zwei nacheinander folgende Kauf-Grundsignale.

Zu D: Es handelt sich um den idealtypischen Fall eines Dreifachbodens.
Zu E: Der zweite Boden liegt höher.
Zu F: Der erste Boden liegt höher. Es handelt sich um zwei nacheinander folgende Verkauf-Grundsignale.

Sollten sich bei dieser Formation für Kaufsignale ansteigende Böden bzw. für Verkaufssignale abfallende Spitzen ergeben, so erscheint das Signal umso eindeutiger.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Dreifachspitzen und Dreifachböden mit Schwanz

Die Formation Dreifachspitze bzw. -böden mit Schwanz entstehen, wenn einem kräftigen Ab- bzw. Aufschwung ein kräftiger Auf- bzw. Abschwung folgt. Das Kauf- und Verkaufssignal entspricht dem der Dreifachspitzen und Dreifachböden

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Sinkende Dreifachspitzen und steigende Dreifachböden

In diesem besonderen Fall der Dreifach-Kombinationen entsteht ein Kauf- bzw. Verkaufssignal dadurch, dass durch die Kursentwicklung eine "gedachte" Widerstands- bzw. Unterstützungslinie entsteht (s. schwarze, 45°-Linie), die vom Chart durchbrochen wird. Zu diesem Signal gibt es eine zweite Variante, die dadurch entsteht, dass die mittlere Säule durch ein Kästchen erweitert werden kann (kleingeschrieben). Die Böden beim Kaufsignal bzw. die Spitzen beim Verkaufssignal können unterschiedliche Niveaus aufweisen.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Aufgespreizte Dreifachspitzen und aufgespreizte Dreifachböden

Wenn zwischen den Dreifachspitzen und -böden niedrigere Spitzen und Böden auftreten, so handelt es sich um aufgespreizte Dreifachspitzen und -böden. Eine Aufspreizung muss nicht zwangsläufig zwischen allen Spitzen bzw. Böden vorliegen. Das Kauf- und Verkaufssignal entspricht dem der Dreifachspitzen und Dreifachböden.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Bullisches und Bärisches Katapult

Beim Bullischen oder Bärischen Katapult kommt es zunächst zu einem Ausbruch aus Dreifachspitzen bzw. Dreifachböden. Danach kommt es zu einer Gegenbewegung des Kursverlaufs, dem wiederum eine starke Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung folgt. Das Kauf- bzw. Verkaufssignal ergibt sich, wenn die aktuelle Säule die vorherige Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung um einen Punkt über- bzw. unterschreitet. Zur Definition des Signals gehört es, dass die hier 5. Säule nicht mehr als sieben Kästchen beinhaltet.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Pullback-Signal

Beim Pullback-Signal wird angenommen, dass sich eine Widerstandslinie in eine Unterstützungslinie (Kaufsignal) bzw. eine Unterstützungslinie in eine Widerstandslinie (Verkaufssignal) umwandelt. Die jeweilige Linie ist durch eine schwarze Linie in der Formation gekennzeichnet. Die grau unterlegten Zeichen in der hier je 4. Säule können auch ein Kästchen weiter oben oder unten liegen. 

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Hoher Pol

Ein Hoher Pol ergibt sich dann, wenn drei Spitzen zuvor jeweils einen neuen Gipfelpunkt markiert haben und die dritte Spitze mindestens drei Punkte über der zweiten liegt. Zudem tritt das Signal mit meist steigenden Böden auf. Zeichnet sich nach der hier dritten Aufwärtsbewegung eine deutliche Abwärtsbewegung ab wird vorgeschlagen, die Aktien dann zu verkaufen, wenn die Abwärtsbewegung die Hälfte der vorherigen Aufwärtsbewegung erreicht hat. Eigentlich würde sich ein Verkaufssignal erst dann ergeben, wenn die aktuelle Abwärtsbewegung den Tiefstkurs der vorherigen Abwärtsbewegung um einen Punkt überschritten hat. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sich ein so deutlicher Abwärtstrend meist fortsetzt und durch ein "verfrühtes Verkaufssignal" Teile des erreichten Kursgewinns so "gerettet" werden können.
Eine entsprechende spiegelbildliche Formation gibt es auch als Kaufsignal. Da jedoch aus einer vorherigen Aufwärtsbewegung kein eindeutiges Kaufsignal abzuleiten ist, sollte eine solche Formation nicht unbedingt als Kaufsignal sondern vielmehr als ein erstes Anzeichen einer Trendwende verstanden werden.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Stange

Das Signal tritt nach einer längeren Aufwärtsbewegung auf, die von keiner Abwärtsbewegung unterbrochen worden ist. Auch hier gilt es, wie beim Hohen Pol "Kursgewinne zu retten".
Eine entsprechende spiegelbildliche Formation gibt es auch als Kaufsignal. Da jedoch aus einer vorherigen Aufwärtsbewegung kein eindeutiges Kaufsignal abzuleiten ist, sollte eine solche Formation nicht unbedingt als Kaufsignal sondern vielmehr als ein erstes Anzeichen einer Trendwende verstanden werden.

Signalauswahl
nach oben ↑

 

Trendlinien

Trendlinien helfen die Entwicklung von Charts besser beurteilen zu können. Durch zum Beispiel das Durchbrechen einer Trendlinie nach oben bzw. unten ergibt sich ein Hinweis auf eine Trendwende. Im Fall der Point & Figure Chart-Analyse werden anhand von Trendlinien falsche von richtigen Kauf- bzw. Verkaufssignalen unterschieden.

Es gibt zwei Arten von Trendlinien:

Hausse-Trendlinien beschreiben einen steigenden Trend.
Baisse-Trendlinien beschreiben einen fallenden Trend.

 

Hausse-Trendlinien

Immer wenn ein Kaufsignal auftritt, wird eine Hausse-Unterstützungs- und eventuell eine Hausse-Widerstandslinie eingezeichnet.

  • Eine Hausse-Unterstützungslinie wird eingezeichnet, indem ein Kästchen unter dem tiefsten Boden der Formation eine Linie im 45°-Winkel nach rechts oben gezogen wird.
  • Eine Hausse-Widerstandslinie wird eingezeichnet, indem ein Kästchen über der vorherigen, links liegenden Säule eine Linie im 45°-Winkel nach rechts oben gezogen wird.

Die Widerstandslinie wird aber nur dann eingezeichnet, wenn sie

  1. nach links verlängert in eine Wand aus Kreisen läuft und mindestens ein Kreis über der Linie liegt und
  2. nach rechts verlängert über dem Kästchen liegt, in dem das Kaufsignal eingezeichnet wird.

Wird eine Hausse-Widerstandslinie nach oben durchbrochen, so wird oberhalb der nächsten weiter links liegenden Spitze die nächste Hausse-Widerstandslinie eingezogen. Es gelten auch hier die beiden Bedingungen zum Einziehen von Widerstandslinien.

Eine Hausse-Widerstandslinie wandelt sich in eine Hausse-Unterstützungslinie, wenn eine Abwärtsbewegung oberhalb der Linie oder auf ihr zum Stillstand gekommen ist.

Die Einzeichnung von Hausse-Trendlinien soll an folgendem Beispiel erläutert werden:

Bei dem hier fiktiven Kursverlauf ergibt sich in der 4. Säule von links das erste Kaufsignal durch die Formation eines Haussesignals. Wie oben beschrieben, werden Hausse-Trendlinien eingezeichnet, sobald sich ein Kaufsignal ergeben hat.

zu 1.: Der am tiefsten liegende Boden der Formation findet sich in der hier 1. Säule. Im Kästchen darunter wird eine 45°-Linie nach rechts oben gezogen. Es handelt sich um eine Hausse-Unterstützungslinie (HU).

zu 2.: Es wird ebenfalls eine Hausse-Widerstandslinie eingezeichnet. Hierzu wird über dem Kästchen der vorherigen Aufwärtsbewegung (grau markiertes Kreuz ganz oben in der 2. Säule) eine 45°-Linie nach rechts oben gezogen. Die Linie liegt wie in den Bedingungen für das Einzeichnen von Widerstandslinien gefordert, über dem die Einzeichnung verursachenden Kaufsignal. Wenn die Linie jedoch nach links verlängert wird, läuft sie nicht gegen eine Wand aus Kreisen und es liegt auch kein Kreis über der Linie (leeres schwarz umrahmtes Kästchen). Damit sind die Bedingungen für das Einzeichnen von Widerstandslinien nicht erfüllt. Eine Hausse-Widerstandslinie kann demzufolge nicht eingezeichnet werden (gestrichelte Linie).

Im weiteren Kursverlauf ergibt sich nach einer größeren Kurssteigerung zunächst wieder ein Verkaufssignal (rotes "V"). Der Kurs steigt dennoch wieder an und es ergibt sich durch die Formation "Dreifachspitze mit einer tief liegenden zweiten Spitze und Schwanz" ein erneutes Kaufsignal. Auch hier werden weitere Trendlinien eingezeichnet.

zu 3.: Die Hausse-Unterstützungslinie wird, wie oben bereits beschrieben, ein Kästchen unterhalb des am tiefsten liegenden Bodens der Formation in einem 45°-Winkel nach rechts oben gezogen.

zu 4.: Die Hausse-Widerstandslinie wird ein Kästchen oberhalb der vorherigen Aufwärtsbewegung in einem 45°-Winkel nach rechts oben gezogen. Diesmal sind die Bedingungen zum Einzeichnen einer Hausse-Widerstandslinie erfüllt. Die Linie verläuft nach rechts gesehen über dem Kaufsignal und läuft nach links gesehen in eine Wand aus Kreisen, von der mindestens ein Kreis über der Linie liegt. 

nach oben ↑

 

Baisse-Trendlinien

Immer wenn ein Verkaufssignal auftritt, wird eine Baisse-Wiederstands- und eventuell eine Baisse-Unterstützungslinie eingezeichnet.

  • Eine Baisse-Widerstandslinie wird eingezeichnet, indem ein Kästchen oberhalb der höchsten Spitze der Formation eine 45°-Linie nach rechts unten gezogen wird.
  • Eine Baisse-Unterstützungslinie wird eingezeichnet, indem ein Kästchen unterhalb des letzten Bodens eine 45°-Linie nach rechts unten gezogen wird. 

Die Unterstützungslinie wird aber nur dann eingezeichnet, wenn sie

  1. nach links verlängert wird in eine Wand aus Kreuzen läuft und mindestens ein Kreuz unter der Linie liegt und
  2. nach rechts verlängert unter dem Kästchen liegt, in dem das Verkaufssignal eingezeichnet wird.  

Wird eine Baisse-Unterstützungslinie nach unten durchbrochen, so wird unterhalb des nächsten weiter links liegenden Bodens die nächste Baisse-Unterstützungslinie eingezogen. Es gelten auch hier die beiden Bedingungen zum Einziehen von Widerstandslinien.

Eine Baisse-Unterstützungslinie wandelt sich in eine Baisse-Widerstandslinie, wenn eine Aufwärtsbewegung unterhalb der Linie oder auf ihr zum Stillstand gekommen ist.

Die Einzeichnung von Baisse-Trendlinien soll an folgendem Beispiel erläutert werden:

Der Kursverlauf entspricht diesem Verlauf, an dem bereits das Einzeichnen von Hausse-Trendlinien erläutert worden ist. Wie bereits beschrieben, ergibt sich in der 7. Säule ein Verkaufssignal durch die Formation eines Baissesignals.

zu 1.: Nachdem ein Verkaufssignal eingetreten ist, werden die Baisse-Trendlinien eingezeichnet. Zunächst wird die Baisse-Widerstandslinie eingezeichnet. Diese wird ein Kästchen oberhalb der höchsten Spitze der Formation in einem 45°-Winkel nach rechts unten gezogen.

zu 2.: Beim hier vorliegenden Verkaufssignal ergibt sich die Möglichkeit eine Baisse-Unterstützungslinie einzuzeichnen. Hierzu wird eine Linie ein Kästchen unterhalb der vorherigen Abwärtsbewegung im 45°-Winkel nach rechts unten gezogen. Die Bedingungen für das Einzeichnen einer Baisse-Unterstützungslinie sind gegeben. Nach rechts gesehen verläuft die Linie unterhalb des Verkaufssignals. Nach links gesehen, läuft die Linie in eine Wand aus Kreuzen, von der sich mindestens ein Kreuz unterhalb der Linie befindet.

nach oben ↑

 

Falsche Signale

Ein Kaufsignal, das unterhalb einer Baisse-Widerstandslinie oder unterhalb einer Baisse-Unterstützungslinie, die sich in eine Baisse-Widerstandslinie gewandelt hat, ausgelöst wird, ist ein falsches Signal.

Ein Verkaufssignal, das oberhalb einer Hausse-Unterstützungslinie, oder oberhalb einer Hausse-Widerstandslinie, die sich in eine Hausse-Unterstützungslinie gewandelt hat, ausgelöst wird, ist ein falsches Signal.

Falsche Signale sollten ignoriert werden.

(Das Verkaufssignal im Beispiel Hausse-Trendlinien liegt direkt oberhalb einer Hausse-Unterstützungslinie und ist somit ein falsches Signal.)

nach oben ↑

 

Stop Loss-Technik

Um Vermögensverluste zu vermeiden, sollten zeitgleich mit der Investition in Aktien Stopp Loss-Marken gesetzt werden. Es werden zwei Arten der Stopp Loss-Marken unterschieden:

  1. Die Stopp Loss-Marke, die gleich beim Kauf eingerichtet wird, um eventuell unerwarteten Kursbewegungen zu entgehen.
  2. Die Trailing Stopp Loss-Marke, die dem Kurs nachgezogen wird, um bereits entstandene Gewinne zu sichern.

Die Stop Loss-Marke zu Beginn der Investition sollte ein Kästchen unterhalb der des tiefsten Bodens der Formation gesetzt werden.

Das Nachziehen der Stopp Loss-Marke entspricht den Regeln der Stopp Loss-Marke bei Kauf, jedes Mal, wenn ein weiteres Kaufsignal ausgelöst wird.

nach oben ↑

 

Quelle: http://finanzportal.wiwi.uni-saarland.de/tech/Inhalt.htm


weiter

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 06. Februar 2011 um 21:50 Uhr
 

Kommentare  

 
0 #3 Reinhard Scholl 2014-09-07 10:24
Schöne Zusammenstellun g.

Zur Info:

Wer sich näher für Point & Figure Analyse interessiert sei auf folgendes hingewiesen.
Wöchentliche Marktkommentier ung von mir (Reinhard Scholl) (DAX und Weltmärkte):

http://www.godmode-trader.de/weekend

"Weltmärkte im Blick"

In den Artikeln wird dann auch auf weitere Quellen verweisen (kostenfreie Webinare, Buch zum Thema etc.)
 
 
+1 #2 Ingo Wilms 2012-01-19 08:44
Hallo Theobald,

leider arbeite ich mit keinem solcher Systeme. Aber ich weiß, dass es Programme gibt, die speziell für die Point & Figure Analyse geschrieben worden sind.
Gruß
 
 
+1 #1 Theobald 2012-01-18 14:30
Sie haben hier eine äußerst hilfreiche Einführung zusammengestell t.

Jetzt muß ich nur noch mein Tradesignalsyst em zum Laufen bringen.

Arbeiten Sie zufällig auch damit?
 
Banner