Stop Loss Technik
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Eine Stop-Loss-Order ist eine unlimitierte Verkaufsorder. Fällt der Kurs eines Wertpapiers unter den Stop-Loss, wird automatisch ein Verkauf zu dem ersten zustande kommenden Kurs unter dem festgesetzten Limit ausgeführt. Wie weit dieser Kurs von der eigentlichen Stop-Marke entfernt liegt, lässt sich vorab nicht exakt bestimmen. Bei Wertpapieren mit nur geringen Umsätzen, kann der Kurs leicht um mehrere Euro schwanken, ohne dass Transaktionen zustande kommen. In der Regel entspricht der durch eine Stopp-Loss-Order ausgelöste Verkauf der vorher festgelegten Stop-Marke. Anders sieht es bei zum Beispiel Crash-Situationen aus. Hierbei kann es zu einer durchaus signifikanten Differenz zwischen Ausführungskurs und festgesetztem Limit kommen. Dies geschieht aber nur in Ausnahmefällen. 

Im Folgenden sollen verschiedene Techniken vorgestellt werden, mit deren Hilfe Investoren Stop-Marken festsetzen können.

 

Chart-Stop:

Hier werden Stops unter Berücksichtigung wichtiger Chart-Marken gesetzt. Der Investor verkauft also bei Erreichen oder Unterschreiten zum Beispiel einer markanten Unterstützungslinie.

Der Vorteil dieses Stops besteht in seinem klaren einfachen Ansatz. Zudem lassen sich an Chart-Marken entscheidende Wendepunkte definieren, deren Unterschreiten negative Signalwirkung für den weiteren Kursverlauf hat.

Der Nachteil dieses Ansatzes resultiert aus der weiten Verbreitung von Chart-Signalen. Viele Anleger orientieren sich an Chart-Marken. Das Unterschreiten einer markanten Marke kann einen nicht unerheblichen Verkaufsdruck auslösen, der zu einer Ausweitung des ursprünglich festgesetzten Abschlags führt. Es empfiehlt sich daher einen Chart-Stop immer über eine bedeutende Chart-Marke zu setzen, um schon vor dem eventuellen Einsetzen eines aufkommenden Abgabedrucks einen Verkauf durchzuführen.

 

Money-Management-Stop:

Der Money-Mangement-Stop weist keinen Bezug zum Kursverlauf des Investments auf. Der vom Anleger maximal akzeptierte Verlust orientiert sich an der eingesetzten Summe. Der Anleger setzt vorab einen prozentualen Betrag fest, den er bereit ist zu riskieren. Reduziert sich der Wert des Depots um diesen Betrag, so erfolgt automatisch die Positionsglattstellung.

Der Vorteil des Money-Management-Stop ergibt sich aus dem Schutz des eingesetzten Kapitals. Hält sich ein Investor an das anfangs definierte Limit, kann er Verluste im größeren Ausmaß verhindern, wodurch eine effektive Vermögenskontrolle gegeben ist.

Der Nachteil ergibt sich aus dem fehlenden Bezug zum Kursverlauf des Basisinvestments. Ein Wertpapier kann deshalb auch dann noch vielversprechende Aussichten aufweisen, wenn der Stop ausgelöst worden ist.

Mehr zu diesem Thema inklusive einer Rechenanwendung finden sie in der Rubrik Money-Management!

 

Trailing-Stop:

Vor Beginn einer Investition wird eine bestimmte Stop-Marke festgelegt. Ein Investor ist beispielsweise bereit 10% seines Einsatzes zu riskieren. Läuft die Position in die Gewinnzone, so wird der prozentuale Stop einfach nachgezogen. Steigt eine Aktie also von 50 auf 55 Euro erhöht sich der Stop-Kurs von anfangs 45 Euro auf 49,5 Euro.

Der Vorteil dieses Ansatzes besteht eindeutig darin, dass einmal angelaufene Gewinne gesichert werden.

Der Nachteil des Trailing-Stops ist seine relativ unflexible Konstruktion, die sich an einer von einem Investor beliebig gewählten prozentualen Verlustmarke orientiert. Aktien durchlaufen verschiedene Schwankungsphasen in einem Investmentzyklus. Beispielsweise erhöht sich gerade in der Endphase einer Bewegung häufig die Volatilität eines Investments, so dass ein zu konservativ gewählter Stop die Gewinnchancen verringert.

 

Trend-Stop:

Der Trend-Stop orientiert sich an bedeutenden Trendlinien, wie Trendkanäle, gleitende Durchschnitte usw. Beim Unterschreiten einer solchen Linie greift automatisch der Stop.

Der Vorteil des Trend-Stops lässt sich auf die Bedeutung von Trendlinien für die weitere Kursentwicklung ableiten. Häufig wird das Ende einer Aufwärtsbewegung durch das Unterschreiten einer Trendlinie ausgelöst.

Wie beim Chart-Stop, orientieren sich sehr viele Marktteilnehmer an diesem Signal, so dass beim Unterschreiten einer markanten Trendlinie ein erheblicher Verkaufsdruck ausgelöst wird, der die Realisierung eines für den Investor günstigen Stop- Kurses erheblich erschwert.


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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 06. Februar 2011 um 21:53 Uhr
 
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