Energie sparen
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Energie

 Inhaltsverzeichnis            
 

 

Allgemein: 

Heizkosten nehmen mit fast 70% den mit Abstand größten Anteil am Energieverbrauch einer Immobilie ein. Je nach technischem Stand, schwankt der Energiekonsum eines Hauses erheblich. Passivhäuser der letzten Generation benötigen gerade 500-600 Liter Heizöl, während herkömmliche Einfamilienhäuser einen Durchschnittsbedarf von 1550 Litern aufweisen. Doch auch der Eigentümer einer Altimmobilie hat die Möglichkeit  durch nachträgliche Verbesserungen deutliche Ersparnisse zu erzielen. Bei den neuralgischen Bereichen handelt es  sich um Fenster, Wände, Keller  und Heizung einer Immobilie.

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Fenster:

Eine erhebliche Wärmeverlustquelle stellen veraltete Fenster dar. Je nach Fensterart variiert der Grad des Energieverlustes, wobei zwischen

  • einfach verglasten,
  • doppelt verglasten und
  • modernen Fenstern mit einer Dreifachverglasung

zu unterscheiden ist.

Die in den 50er und 60er  Jahren übliche Einfachverglasung bietet im Grunde genommen keinen Dämmschutz mehr vor Energieverlust. Grob geschätzt beträgt das Einsparpotential hier 80-90% bei einer Erneuerung. 

Auch die in den 70er Jahren eingeführte Doppelverglasung genügt nicht mehr den neusten Standards. Fälschlicherweise werden diese Fenster heute noch als Wärmeschutzfenster bezeichnet. Hauseigentümer sollten sich von dieser Bezeichnung nicht in die Irre führen lassen. Fenster mit Doppelverglasung weisen deutlich höhere Energieverluste auf als Fenster der neuesten Generation.

Moderne Fenster bestehen aus insgesamt drei Glasscheiben. Dabei haben sich nicht nur die Anzahl, sondern auch die Eigenschaften der Scheiben verbessert. Zwischen den Scheibenelementen befindet sich eine wärmeisolierende Edelgasfüllung. Einer speziellen Beschichtung ist es zu verdanken, dass langwellige Wärmestrahlen reflektiert und kurzwellige durchgelassen werden. 

Festzuhalten ist, dass die Art der Verglasung nicht alleine ausschlaggebend für das Sparen von Energie ist. Die meiste Wärme entweicht bei Fenster nämlich durch den Rahmen. Generell gilt hierbei, dass Metallrahmen energieeffizienter sind als Holz- oder Kunststoffrahmen. Fensterrahmen sollten unbedingt mit der Wärme- dämmschicht bündig abschließen. Eine häufig nur unzureichend beachtete Stelle sind Rollo-Kästen, die schlecht gedämmt, zu einer erheblichen Quelle von Energieverlust werden. Der Austausch alter Fenster sollte nicht der einzige Bestandteil einer Erneuerungsmaßnahme sein. Der Einsatz moderner Wärmeschutzfenster bedingt meist auch eine Modernisierung der Fassade. Ansonsten kann es zu Schimmelpilzbildung kommen. Verantwortlich hierfür ist der unterschiedliche Wärmedurchgangskoeffizient zwischen modernen Fenstern und Mauerwerk nach einer Renovierung, wodurch die Bildung von Kondenswasser gefördert wird.

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Dämmung:

Für die Dämmung von Fassade, Dach und Keller stehen verschiedene Wärmedämmstoffe zur Verfügung, die sowohl auf

  • organischer als auch auf
  • anorganischer Basis

gewonnen werden können.

Styropor, Kork, Korkfaser, Holzfaser, Flachs und Hanf zählen zu den organischen Dämmstoffen.

Mineralwolle, Schaumglas und Glasfasergespinst bilden die Gruppe der anorganischen Dämmstoffe.

Welche Dämmstoffe zur Dämmung gewählt werden, hängt von den individuellen Anforderungen ab. Die aufgezählten Materialien weisen unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf Entzündbarkeit, Schalldichte oder Wärmespeicherfähigkeit auf. Hier gilt es vorab die eigenen Bedürfnisse gründlich zu prüfen. 

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Außenfassade:

Bei der Dämmung der Außenfassade ist vor allen Dingen darauf zu achten, dass keine Wärmebrücken entstehen bzw. bestehende Wärmebrücken beseitigt werden. Wärmebrücken entstehen, wenn ein Fassadenabschnitt eine schlechtere Dämmung als die übrige Fassade des Hauses aufweist. Wärmeverluste verursachen an den betroffenen Flächen Feuchtigkeit und Schimmel.

Wärmebrücken sind vornehmlich an Wanddecken, obersten Wandanschlüssen, Fensterrahmen, Terrassen, Balkonplatten, Rollo-Kästen und Deckenanschlüssen zu finden.

Die Dämmung der Außenfassade mittels Wärmedämmputz, der aus einem Grundputz und Zusatzstoffen besteht, stellt die einfachste Möglichkeit der Isolierung einer Fassadenfläche dar. Bei einer aufwendigeren Außendämmung, beispielsweise durch Auftragen einer weiteren Isolierschicht auf das Mauerwerk, ist darauf zu achten, dass ein ausreichend großer Dachüberstand vorhanden ist, der Schutz vor Regen bietet. Eine Innendämmung bietet gegenüber einer Außendämmung eine höhere Effizienz, verringert aber die zur Verfügung stehende Fläche einer Immobilie.

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Dach:

Vor Dämmung des Daches ist die Frage zu stellen, ob das Dachgeschoss aktiv genutzt wird oder lediglich als Abstellfläche dienen soll.

Bei einer Nutzung als Abstellfläche ist das Dämmmaterial einfach auf die oberste Geschossdecke aufzutragen. Idealerweise sind druckresistente Dämmstoffe einzusetzen, um Begehbarkeit zu gewährleisten.

Eine Nutzung der Dachfläche als Wohnraum erschwert auch die Isolierung.  In einem solchen Fall bieten sich drei Dämmmöglichkeiten an:

  • Außensparrendämmung,
  • Zwischensparrendämmung sowie die
  • Untersparrendämmung.

Die Außensparrendämmung erfordert eine Abnahme der auf dem Hausdach befindlichen Ziegel. Auf die Sparren wird anschließend die Dämmschicht aufgetragen. Auf diese Dämmschicht werden wiederum alle übrigen Bestandteile des Daches aufgebracht, welche zum Tragen der Dachziegel notwendig sind. Wichtig ist, dass Vorrichtungen, wie z.B. Kamin, Regenrinnen usw. an die durch die Dämmung erweiterte Höhe des Dachs anzupassen. Die Außendämmung ist mit Sicherheit die aufwendigste Form der nachträglichen Dachisolierung, bietet aber den Vorteil, dass keine Wärmebrücken entstehen.

Die Zwischensparrendämmung sieht das Einfügen es Dämmmaterials zwischen die Sparren der Dachkonstruktion vor. Dabei ist darauf zu achten, dass das Dämmmaterial passgenau und fugenfrei zwischen die Sparren verlegt wird und Oberhalb der Dämmung eine Luftschicht verbleibt. An die Unterseite der Sparren ist eine Dampfbremse zu installieren, um zu verhindern, dass Raumfeuchte in das Dämmmaterial eindringt. Die Zwischensparrendämmung ist weniger aufwendig als die Außensparrendämmung. Allerdings bilden die Sparren eine Wärmebrücke, die zusätzlich isoliert werde muss, um ein optimales Ergebnis zu gewährleisten.

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Keller:

Wie bei der Isolierung des Daches, ist auch bei der Dämmung des Kellers die Frage, ob eine Nutzung vorgenommen werden soll oder nicht, ausschlaggebend.

Soll der Keller lediglich als Abstellraum genutzt werden, gestaltet sich die Dämmung völlig unproblematisch. Auf die Kellerdecke ist dann einfach ein Dämmstoff aufzutragen, der den Kältestrom von der Wohnfläche abhält.

Die Nutzung des Kellers als Wohnraum bedingt eine aufwendigere Dämmung. Hierbei ist zwischen der

  • Innendämmung und
  • Außendämmung

zu unterscheiden.

Entscheidet sich der Immobilieneigentümer für eine Außendämmung, sind die Kellerwände freizulegen. Auf die freigelegten Außenwände ist eine Perimeterdämmung aufzubringen.  

Die Innendämmung ist nicht ganz so aufwendig, verlangt aber ein hohes Maß an Vorbereitung und Sorgfalt, weil bei einer ungleichmäßigen Isolierung aufgrund auftretender Wärmedifferenzen Schimmelpilzbildung droht.

Trotz der höheren Kosten ist die Außendämmung der Innendämmung vorzuziehen. Der Grund hierfür liegt in einem besseren Feuchtigkeitsschutz, den diese bietet.

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Heizung:

Die Heizungsanlage stellt das wichtigste Element einer unter ökologischen Gesichtspunkten vorzunehmenden Haussanierung dar. Generell gilt, dass 75-80% des Energiebedarfs einer Immobilie für die Erzeugung und Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser verbraucht wird. Wie effizient eine Heizungsanlage vorgeht, gibt der Nutzungsgrad an, der aufschlüsselt, wie viel Prozent des Brennstoffes in Wärme umgewandelt wird. Moderne Heizungsanlagen haben beispielsweise einen 40% höheren Wirkungsgrad als Modelle, die 15-20 Jahre älter sind. Aus diesen Zahlen ergibt sich, dass sich Immobilieneigentümer der Wechsel einer veralteten Heizungsanlage schon nach wenigen Jahren aufgrund der zu erzielenden  Energieersparnis lohnt. Anstehende Reparaturen einer Altanlage sollten auf jeden Fall zu einem kompletten Austausch genutzt werden. Neben dem Austausch einer alten Anlage gibt es auch Mittel, um mit wenig Aufwand relativ viel Energie zu sparen. Beispielsweise können an den Heizkörpern Thermostatventile angebracht werden, welche die Temperatur entsprechend des Nutzungsgrades regulieren. Entscheidet sich der Immobilieneigentümer für den Tausch einer Heizungsanlage, stehen ihm heute eine Anzahl an energiesparenden und umweltfreundlichen Alternativen zur Verfügung , die im folgenden aufgeführt werden:

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Gasheizung:

Gas ist eine saubere und umweltfreundliche Energiequelle. Bei der Verbrennung von Gas entstehen beispielsweise keine Rückstände. Gasheizungen lassen sich überall leicht unterbringen, zumal kein Lagerraum benötigt wird, weil die Zuführung über einen Anschluss des öffentlichen Gasnetzes erfolgt.

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Holzheizung:

Die hohen Kosten fossiler Brennstoffe haben zu einem Boom regenerativer Energieträger geführt. In Folge dieses Trends haben sich Holzheizungen  sog. Pelletöfen am Markt etabliert. Diese Pelletöfen werden mit Holzpellets geheizt. Holzpellets sind gepresste Holzspänne, welche eine Länge von 10-20 mm aufweisen. Das Material dieser Pellets stammt aus Waldholz, Spänen oder anderen unbehandelten Abfallprodukten. Die Herstellung erfolgt unter Einsatz von Druck ohne Verwendung von chemischen oder anderen Zusatzstoffen. Der Energiewert von einem Kilo Holzpellets entspricht ungefähr dem eines halben Liters Heizöl. Holzpelletöfen sind sowohl als Einzelöfen, die für die Wärmeerzeugung in einzelnen Räumen verantwortlich sind, als auch als Zentralheizungen erhältlich. Das Brennmaterial für die Öfen wird  über ein Förderband oder Vakuum - Saugrohr zugeführt. Das heißt dass der Platzbedarf für eine Heizungsanlage relativ groß ist und evtl. sogar Lagerraum für den Energieträger bereitgestellt werden muss. Dank moderner elektronischer Kesselsteuerung erweisen sich Pelletöfen als genauso effizient wie mit fossiler Energie betriebene Heizungen. Unterschiede sind aber auf der Kostenseite zu verzeichnen. Holzheizungen verlangen bei  der Installation ein ungefähr doppelt so hohes Investitionsvolumen wie konventionelle Systeme. Im Gegenzug sind die Brennstoffkosten deutlich niedriger und unterschreiten die Betriebskosten um bis zu 40%. Ob sich eine Holzheizung auch unter ökonomischen Gesichtspunkten lohnt, ist also eine individuelle Frage, die von der Dauer der Nutzung und dem Heizbedarf abhängen.

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 06. Februar 2011 um 21:38 Uhr
 
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